Stein um Stein eine nachhaltige Zukunft aufbauen

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Stein um Stein eine nachhaltige Zukunft aufbauen https://www.visitdubai.com/de/business-in-dubai/why-dubai/news-and-insights/sustainable-futures 20170806T100443 20171207T171517:636482637172235764 Neuigkeiten und Einblicke Drei Jahrzehnte, nachdem politische Entscheidungsträger erstmals über den Klimawandel nachgedacht haben, entstehen nun Impulse für eine nachhaltigere Weltwirtschaft. Auf der Klimakonferenz 2015 in Paris einigten sich die politischen Oberhäupter der Welt auf den ersten rechtlich bindenden Weltklimavertrag, mit dem Ziel, den weltweiten Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen und die Treibhausgasemissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf Null zurückzufahren. Neben dem Vertrag gab es Anzeichen für bedeutende Fortschritte bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes der Weltwirtschaft. So will Dubai bis 2021 seine hochgesteckten Nachhaltigkeitsziele erreichen

Dubais Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre und die hochgesteckten Nachhaltigkeitsziele der Stadt für 2021 zeigen, wie Herausforderungen den Fortschritt vorantreiben können


Drei Jahrzehnte, nachdem politische Entscheidungsträger erstmals über den Klimawandel nachgedacht haben, entstehen nun Impulse für eine nachhaltigere Weltwirtschaft. Auf der Klimakonferenz 2015 in Paris einigten sich die politischen Oberhäupter der Welt auf den ersten rechtlich bindenden Weltklimavertrag, mit dem Ziel, den weltweiten Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen und die Treibhausgasemissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf Null zurückzufahren.


Neben dem Vertrag gab es Anzeichen für bedeutende Fortschritte bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes der Weltwirtschaft. 2015 wurden die Investitionen in fossile Brennstoffe erstmals von jenen in erneuerbare Energien übertroffen. Im Sommer desselben Jahres produzierte Dänemark mehr als 100% seiner benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen und konnte den überschüssigen Strom nach Deutschland, Norwegen und Schweden exportieren. Auch die beiden großen CO2-Emittenten China und Indien treiben die Energiewende nun schneller voran: China ist heute eines der führenden Länder bei der Installation von Photovoltaikanlagen, und Indien verfügt in Maharashtra und Sonthali über einige der größten Solarprojekte der Welt. So wird Nachhaltigkeit langsam, aber sicher zur Realität.


Doch wenn die Ziele des Pariser Abkommens erreicht werden sollen, muss unser Blick über die Energieinfrastrukturen von Nationalstaaten hinausgehen. Wir müssen auch unseren Ressourcenverbrauch überdenken, und gerade die gebaute Umwelt ist dabei eines der wichtigsten Themen. Gebäude verbrauchen 40% der weltweit produzierten Energie, 25% des Wassers und 40% der natürlichen Ressourcen. Außerdem sind sie für ein Drittel der Emissionen verantwortlich. Im Idealfall vereinen Gebäude ästhetische Schönheit mit Nachhaltigkeit und Effizienz, wobei Solarzellen auf dem Dach für die Energiegewinnung eingesetzt werden und geschicktes architektonisches Design für eine optimale Beleuchtung, Kühlung und Belüftung sorgt. Im schlechtesten Fall sind Gebäude Energiefresser, geben schädliche Chemikalien an die Atmosphäre ab und beeinträchtigen die Gesundheit und Produktivität ihrer Bewohner.


Zum Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens müssen daher neue, ökologisch verträglichere Möglichkeiten gefunden werden, unsere gebaute Umwelt zu gestalten, zu betreiben und instand zu halten, entweder durch Nachrüstung von Gebäuden oder durch eine umweltfreundlichere Vorgehensweise von Beginn an. Architekten und Projektentwickler müssen sich genaue Gedanken über Materialien und Design machen und gegebenenfalls kurzfristig höhere Kosten in Kauf nehmen. Letztendlich sind grüne Gebäude jedoch sicherer, effizienter und produktiver. Und: Ökologisches Bauen ist nicht nur ein Thema für wohlhabende Länder. Gerade in Schwellenländern wie Südafrika, Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Indien wird umweltfreundliches Bauen großgeschrieben.


Vom Bekenntnis zu einer Idee zur neuen Norm: Wie sich umweltfreundlichere Standards etablieren


Die Entwicklung der Infrastruktur in den VAE verlief so rapide wie in kaum einem anderen Land, mit einem Bevölkerungswachstum von 6280% zwischen 1965 und 2013. 85% der Bewohner leben in Ballungszentren, in erster Linie Abu Dhabi und Dubai, und so kam es dort zu einem wahren Bauboom. Unter den klimatischen Bedingungen einer Wüstenregion ist umweltfreundliches Bauen gleichermaßen schwierig wie notwendig. Es wird viel teure Energie für Klimaanlagen benötigt, was bedeutet, dass neben der Umwelt auch die Bewohner von nachhaltigen Gebäuden profitieren können.


Erste Maßnahmen im Bereich ökologisches Bauen in Dubai gehen auf die späten 1990er-Jahre zurück, als die Dubai Chamber of Commerce begann, den Energie- und Wasserverbrauch an ihrem Hauptsitz zu reduzieren. 2006 wurde der Emirates Green Building Council gegründet, und im darauffolgenden Jahr verkündete der Vizepräsident und Premierminister der VAE und Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, dass künftig alle neuen städtischen Gebäude nachhaltigen Baustandards entsprechen würden. Damit sollten Wasser- und Stromverbrauch um 30% und die Kosten für Beleuchtung um 9% gesenkt werden.


Im Jahr 2011 führte die Stadtverwaltung Dubais verpflichtende ökologische Bauvorgaben für öffentliche Gebäude und freiwillige für private Gebäude ein, und ab März 2014 waren die Regeln in ganz Dubai verpflichtend. Gemäß den nun geltenden Standards waren Projektentwickler verpflichtet, per Energiemodellierung den Energieverbrauch im Vergleich zu einem zertifizierten Gebäude zu kalkulieren, eigene Parkmöglichkeiten für emissionsarme Fahrzeuge sowie Fahrradabstellplätze zur Verfügung zu stellen und mindestens 25% der Grünflächen mit einheimischen oder an das Klima Dubais angepassten Pflanzenarten zu bepflanzen. Eine weitere Voraussetzung war die automatische Steuerung von Außenleuchten, damit diese nicht bei Tageslicht betrieben würden.


Im Juli 2016 wurde ein neues Klassifikationsschema eingeführt und die Projektentwickler müssen nun die darin enthaltenen Anforderungen erfüllen, um Genehmigungen zu erhalten. Das neue Bewertungssystem evaluiert die Energieeffizienz, den Einsatz von umweltfreundlichen Materialien und die Nutzung erneuerbarer Energien über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. So könnte der CO2-Ausstoß um 34% gesenkt werden − das entspricht 36 Millionen neu gepflanzten Bäumen.


Laut Jourdan Younis, dem Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Alpin Limited für nachhaltige Umwelttechnik (Masdar City) mit Sitz in den VAE, kann die Schaffung eines neuen, ökologischen Bausektors nur mithilfe solcher staatlicher Interventionen gelingen: „Egal ob in Oregon, San Francisco, London oder im Nahen Osten − wenn man eine kritische Masse erreichen will und nicht nur ein paar Luxusprojekte oder visionäre private Projektentwickler auf den Zug aufspringen sollen, braucht man in jedem Markt eine Regierung, die sich klar zu der Idee bekennt und sagt: ‚In diese Richtung wollen wir gehen, das sind die notwendigen Schritte, und das sind die Mittel, die wir zur Verfügung stellen, damit die Sache ein Erfolg wird.‘“


Sobald die kritische Masse erreicht ist, sinken die Kosten. „Es gab [früher] die Wahrnehmung, dass ökologisches Bauen sehr teuer sei, doch durch die Initiative der Regierung entstand ein Markt mit mehr Anbietern für ökologisches Bauen, deshalb begannen die Preise zu sinken. Heute ist ökologisches Bauen kein Luxus mehr. Es ist der neue gängige Standard.“


Saeed Al Abbar, Vorsitzender des Emirates Green Building Council, betont, wie wichtig der breite Dialog zwischen Regierung und Privatsektor für diese Entwicklung war: „Im Laufe der Jahre haben wir mit allen Interessengruppen im Bausektor zusammengearbeitet, um für nachhaltiges Bauen zu werben, und wir konnten bereits ein großes Bewusstsein für die Wichtigkeit von ökologischen Bauprinzipien schaffen. Die Erfolge der VAE im Bereich nachhaltiges Bauen sind das Ergebnis von Anordnungen der Regierung, Änderungen von Richtlinien und einem Wandel in der Einstellung der Gesellschaft.“



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Wüstenklima bringt neue Ideen für Design und Nachrüstung auf der ganzen Welt hervor


Ökologisches Bauen geht in dieser Wüstenregion mit eigenen Herausforderungen einher. „Während der Sommermonate wird viel Energie darauf verwendet, die Gebäude kühl zu halten. Ein großer Schwerpunkt muss auf dem Thema Luftfilterung liegen. Wir benötigen nicht nur thermisch isolierte Gebäude, sondern müssen auch sicherstellen, dass möglichst keine Luft durch Ritzen und Spalten entweichen kann – denn die Klimaanlagen für ein Gebäude sind teuer, wenn man die kühle Luft in die Wüste hinausbläst“, so Younis. Zu den weiteren Herausforderungen gehört die Senkung des Wasserverbrauchs in einer Region, in der es kaum regnet.


Den Beweis dafür, dass Gebäude umweltfreundlich und gleichzeitig kostensparend gestaltet sein können, liefert der Hautpsitz der Dubai Chamber in Deira. In diesem 18-stöckigen Gebäude mit 20.000 m² Fläche arbeiten 500 Personen − und es verbraucht laut Effizienzbewertung weniger Energie als 91 % von ähnlichen Gebäuden in den USA. Von 1998 bis 2008 wurden der Wasserverbrauch um 77% und der Energieverbrauch um 47% reduziert. Die Nutzung von aufbereitetem Wasser in Sanitäranlagen spart 5 Millionen Liter Wasser pro Jahr, und dank der Frischluftzufuhr bei Temperaturen unter 18 °C können die Kühler zeitweise abgeschaltet werden.


„Der Hauptsitz der Dubai Chamber of Commerce and Industry ist ein gutes Beispiel für die Innovationen im Bausektor von Dubai“, so Al Abbar vom Emirates Green Building Council. Die Nachrüstung wurde mehr als 15 Jahre nach dem Bau vorgenommen − ein Beweis dafür, dass Nachhaltigkeit nicht nur bei künftig geplanten Gebäuden umsetzbar ist.


„Als wir in den späten 1990er-Jahren unser Nachhaltigkeitsprojekt ins Leben riefen, gab es keine Nachrüstungspläne für unser Gebäude, das ja erst 1995 fertiggestellt worden war“, so Essa Al Zaabi, Senior Vice President der Abteilung für institutionelle Förderung in der Dubai Chamber.


„Unsere Techniker entdeckten, dass unser Gebäude effizienter betrieben werden könnte. Wir hatten keine höheren Kosten, im Gegenteil, wir konnten sogar Betriebskosten einsparen. Als das Gebäude modernisiert wurde, achteten wir darauf, dass dies unter Einhaltung der strengsten ökologischen Bauvorgaben geschah. Wir veranlassten, dass alle Entscheidungen in Bezug auf die Gestaltung, die Demontagearbeiten und den Wiederaufbau in Übereinstimmung mit den LEED-Richtlinien erfolgten. Seither haben wir mehr als 7,5 Millionen USD an Wasser- und Energiekosten gespart“, so Al Zaabi, der auch die verbesserte Gesundheit und Produktivität der Mitarbeiter hervorhebt.

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Younis: „Ein weiteres nach internationalen Maßstäben erstaunliches Gebäude ist der Hauptsitz der Dubai Electricity and Water Authority (DEWA).“ Derzeit ist das Projekt noch im Bau, doch dem Experten zufolge wird es „das größte und höchste Nullenergiehaus, äußerst innovativ und LEED-Platin-konform“. Das Konzept beinhaltet sowohl die Energieerzeugung durch integrierte Solaranlagen als auch die Einbeziehung der Natur − so sollen innovativ angeordnete Innenhöfe natürlichen Schatten spenden, die Luftzirkulation ermöglichen und für niedrige Temperaturen sorgen.


Auch private Entwickler sind aktiv, darunter etwa das Immobilienunternehmen Majid Al Futtaim, dem eine Reihe von Einkaufs- und Freizeitzentren gehören. Das Einkaufszentrum City Centre Me’aisem wurde 2016 als „Green Commercial Building of the Year“ ausgezeichnet. Younis attestiert dem Unternehmen eine Vorreiterrolle: „Unabhängig davon, ob es von der Stadtverwaltung vorgesehen ist oder nicht, strebt dieser Entwickler bei jedem Projekt eine hohe Zertifizierungsstufe an. In den letzten Jahren ist er sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat diese Prinzipien nicht nur bei neuen Gebäuden angewandt, sondern auch auf seine bestehenden Einkaufszentren. Das ist echtes Engagement eines privaten Unternehmens; man glaubt dort einfach fest an Nachhaltigkeit und an die Möglichkeit, auf diese Weise auch Geld sparen zu können.“


Lehren für die Zukunft


Die Entwicklung Dubais in den vergangenen zehn Jahren und die hochgesteckten Nachhaltigkeitsziele der VAE im Rahmen der Vision 2021 zeigen, dass es mit politischem Willen und entsprechenden regulatorischen Rahmenbedingungen möglich ist, ökologisches Bauen zum neuen Standard zu machen. Außerdem wird deutlich, dass nachhaltiges Bauen gerade in Ländern mit großem Energiebedarf besonders wichtig ist. Der Hauptsitz der Dubai Chamber ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie bestehende Gebäude effizienter gestaltet werden können, und liefert einen Maßstab für andere Organisationen und Unternehmen, die ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern und positive Änderungen umsetzen wollen.


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